Research Note #1 – Trendfilter vs. Momentumfilter
Welche SPY-Indikatoren statistischen Edge liefern und wie sie das Golden Glide Income Setup formen.
Worum es in dieser Research Note geht
Das aktuelle Golden Glide Income Setup (V3) nutzt folgende Marktfilter:
Trend: SPY > EMA30
Momentum: MACD > 0 & RSI > 55
Die Kernfrage lautet:
Welche dieser Komponenten erzeugt den statistischen Edge und welche sorgt „nur“ für strukturelle Stabilität?
Methodik – kurz & transparent
Datenbasis:
SPY Daily · 23.06.2020–05.12.2025 · TradingView
Indikatoren:
EMA30, MACD (Linie & Histogramm), RSI14, ATR14 (Daily-Basis)
Options-Proxy (GGI-kompatibel):
Take Profit: +60 $
Stop-Loss: −160 $
Stop-Level: EMA30 − 0,5 × ATR14
Wird STP innerhalb von 11 Tagen unterlaufen → Stop-Out
Sonst Gewinn nach 11 Tagen
Break-even-Winrate: ~72,7 %
Management Summary
Der reine Trendfilter (EMA30) trägt keinen positiven Edge.
RSI>55 ist der stärkste Einzelindikator und verschiebt die Winrate zuverlässig über die Break-even-Schwelle.
MACD>0 liefert wenig Edge, stabilisiert aber die Marktstruktur und bleibt als Strukturfilter essenziell.
Das MACD-Histogramm in Kombination mir RSI55 erzeugt den höchsten Edge, reduziert jedoch die Trade-Frequenz, für Income daher ungeeignet.
Das bestehende GGI Kombi Setup (EMA30 + MACD>0 + RSI>55) bildet die beste Balance aus Stabilität, Frequenz und Erwartungswert.
Das Histogramm wird künftig als Hedge-Sensor untersucht.
Ergebnisse – Welche Filter funktionieren wirklich?
Edge pro Variante
Die Tabelle zeigt deutlich:
Trend-basierte Varianten liefern keinen strukturellen Vorteil, während Momentumfilter den Erwartungswert stabilisieren.
Visualisierung – Edge & Setup-Frequenz
Grafik: Edge pro Variante
Die Balken verdeutlichen: Erst Histogramm und RSI-basierte Varianten (ab RSI55) verschieben den Erwartungswert in den positiven Bereich.
Grafik: Trades pro Variante
Ein hoher Edge nützt wenig ohne ausreichende Frequenz.
Premiumfilter mit zu wenigen Setups erzeugen Income-Lücken.
Durchschnittliche Handelshäufigkeit
Für Income-Strategien gelten ~12 Trades pro Monat als ideal.
Das GGI Kombi Setup (V3) liegt exakt in diesem Bereich auch in volatileren Monaten.
Edge vs. Frequenz – das Trade-off-Feld
Grafik: Edge vs. Trades/Monat
Die Grafik zeigt drei Cluster:
Hoher Edge + hohe Frequenz (Quadrant I - oben rechts): GGI Kombi Setup (V3) und RSI55-Variante → geeignet für Income
Hoher Edge + geringe Frequenz (Quadrant IV - oben links): Histogramm-Varianten → qualitativ stark, aber zu selektiv
Viele Trades + negativer Edge (Quandrant II - unten rechts): Trendfilter → ungeeignet für asymmetrische Payoffs
Robustheit im Zeitverlauf – Equity & Drawdown
Edge und Frequenz zeigen das Potenzial eines Filters.
Erst der Zeitverlauf macht sichtbar, wie stabil eine Strategie tatsächlich arbeitet.
Equity-Kurve – wichtigste Varianten
Beobachtungen:
Trend-only-Varianten (V0) driften langfristig ab.
RSI55 (V2.2) und unser Kombi-Setup (V3) zeigen wiederkehrende, stabile Aufbauphasen.
Histogramm + RSI (V4) liefern die glatteste Entwicklung, bleiben aber zu selektiv.
das GGI Kombi Setup (V3) positioniert sich bewusst zwischen maximalem Edge und ausreichender Frequenz.
Drawdown-Verlauf – wichtigste Varianten
Beobachtungen:
Tiefe Drawdowns entstehen vor allem ohne Qualitätsfilter (V0).
RSI55 (V2.2) reduziert die Drawdowns strukturell und glättet Verlustserien.
Histogramm + RSI (V4) zeigen die geringsten Drawdowns, aber mit zu geringer Frequenz für konstantes Income.
Der Zeitverlauf bestätigt:
V3 optimiert nicht den maximalen Edge, sondern das robusteste Verhältnis aus Struktur, Frequenz und Risiko.
Welche Indikatoren liefern den Edge?
Die Analyse offenbart eine klare Rollenverteilung:
Einige Filter erzeugen Edge, andere Struktur und manche sind qualitativ stark, aber für Income zu selektiv.
RSI – der statistische Kern des Edges
verschiebt die Winrate zuverlässig über die Break-even-Schwelle
filtert richtungslose Trendtage
erzeugt die höchsten praktikablen Edge-Werte (u.a. RSI55 → +8 $/Trade)
Der RSI liefert den eigentlichen Edge des Golden Glide Income Setups.
MACD – Stabilität statt Edge
erhöht die Winrate kaum
stabilisiert Trend- und Momentumphasen
reduziert instabile Marktsegmente
verstärkt die Aussagekraft des RSI
Der MACD ist kein Edge-Motor, sondern ein Strukturfilter.
MACD-Histogramm – hoher Edge, aber zu selektiv
bester statistischer Edge in Kombination mit RSI55 (+12 $/Trade)
geringste Drawdowns
frühestes Momentum-Signal
Aber:
nur 8 Trades pro Monat → zu geringe Frequenz für Income
Das Histogramm wird daher nicht Teil des Setups,
sondern ein Kandidat für ein Hedge-Modul.
Die Ergebnisse zeigen: Edge entsteht im Zusammenspiel von Momentum (RSI), Struktur (MACD) und Frequenz.
Das Histogramm in Kombination mit RSI55 liefert zwar den stärksten Edge, verändert aber die Charakteristik der Strategie grundlegend.
Damit richtet sich der Fokus nicht auf ein neues Setup, sondern auf die Frage, warum das bestehende Setup unverändert bleibt und wie das Histogramm zukünftig als Risikomodul genutzt werden kann.
Warum das Setup so bleibt, wie es ist
Drei Gründe sprechen klar für Stabilität statt vorschneller Optimierung:
1. Der Optionsvorteil ist nicht vollständig modelliert
Zeitwert, Restlaufzeit-Effekte und Liquiditätseigenschaften sind im Proxy-Modell nur teilweise abgebildet.
Diese Faktoren wirken oft zugunsten strukturell stabiler Setups.
2. Balance schlägt Maximierung
Das GGI Kombi Setup (V3) vereint:
Edge (RSI)
Strukturstabilität (MACD)
ausreichende Frequenz (~12 Trades/Monat)
kontrollierbare Drawdowns
Histogramm-Varianten sind stärker, aber zu selektiv.
3. Das Histogramm ist ein Hedge-Kandidat, kein Setup-Signal
Frühzeitige Momentumwarnung, geringe Drawdowns, hohe Qualität aber unzureichende Frequenz.
Mögliche Anwendungen:
histogrammabhängige Strike-Streuung
Momentumbruch-basierte Hedge-Triggers
Regime-Filter im Risikomodell
Diese Ansätze werden in kommenden Research Notes vertieft.
Abschließende Gedanken
Edge entsteht nicht durch Maximierung einzelner Kennzahlen,
sondern durch strukturiertes Zusammenspiel von Trend, Momentum, Frequenz und Risiko.
Das Golden Glide Income Setup bildet diese Balance bereits stabil ab.
Die kommenden Research Notes werden darauf aufbauen mit Fokus auf Momentumverlust, Trendbiegungen und Regimeerkennung.
Ein klarer Prozess.
Ein strukturiertes Risiko.
Ein stetiger Aufbau.
Konsequenz für den Prozess
Die in dieser Analyse beschriebenen Erkenntnisse beziehen sich auf das zentrale Regelwerk von Golden Glide Income.
Viele Grüße,
Sabine
Golden Glide Income Journal
Struktur. Klarheit. Income.
von Sabine G. – Systematische Finanzstrategin & Autorin für regelbasiertes Income-Trading
Disclaimer
Die Inhalte dieses Journals dienen ausschließlich der Dokumentation eines persönlichen Forschungsprozesses im Bereich regelbasiertes Options-Trading.
Sie stellen keine Anlageberatung, keine Handelsempfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
Alle beschriebenen Regeln, Parameter und Anpassungen beziehen sich auf meine eigene Vorgehensweise und meinen eigenen Lernprozess.
Ob eine Methode für andere geeignet ist, hängt von individuellen Zielen, Erfahrungen und Risikotoleranzen ab.
Historische Ergebnisse, Backtests oder Beispielrechnungen sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen.
Optionen sind komplexe Produkte und können zu erheblichen Verlusten führen.
Leser:innen tragen die volle Verantwortung für ihre eigenen Entscheidungen.
Bitte prüfe stets, ob eine Strategie zu Deinem persönlichen Finanzrahmen und Risikoprofil passt.









