Theta Woche #70 – Der erste Trade nach zwölf Wochen
KW18 · 2026 – Ein offenes Regime, ein freigegebener Trade und die Frage, ob Selektivität schützt oder zu stark filtert.
Mini-KPI
SPY Range: 708,56 – 724,87 USD
Trendfilter: Schlusskurs über EMA30
MACD/RSI: MACD > 0, RSI 71,42
VIX Range: 16,46 – 19,44
GGI Regime (Mo/Mi/Fr): 3/3 offen
Erlaubte Trades: 1
Die Woche zeigte ein starkes Regime, aber nur ein handelbares Setup und damit genau die Spannung zwischen Marktfreigabe und konkreter Setup-Qualität.
(Alle Werte beziehen sich auf die Wochenrange; Trendfilter, MACD und RSI auf den Freitagsschluss.)
Im Folgenden wird die Anwendung des Regelwerks für den SPY 11DTE Bull Put Credit Spread in der aktuellen Marktphase dokumentiert. Die Theta Woche zeigt, ob die Marktphase einen Handelstag freigibt und ob daraus ein zulässiges Setup entsteht.
Einstieg – Beobachtung
Diese Woche war wichtig.
Nicht, weil besonders viel passiert ist.
Sondern weil nach zwölf Wochen Stillstand wieder ein regelkonformer Trade entstand.
Das Regime war an allen drei Prüftagen offen. Der SPY lag über EMA30, der MACD war positiv, der RSI stand mit 71,42 klar über der GGI-Schwelle von 55.
Trotzdem wurde nur ein Trade freigegeben.
Das ist der Kern der Woche:
Der Markt durfte geprüft werden. Aber nicht jeder prüfbare Markt erzeugt ein handelbares Setup.
Nicht-Handeln wirkt einfach, bis es zwölf Wochen dauert.
Szene – der prägnante Moment
Der prägnante Moment lag am Mittwoch.
Nach langer Pause wurde der 686/676 Bull Put Credit Spread freigegeben.
Montag und Freitag waren ebenfalls prüfbar. Das Regime war offen. Die Marktstruktur war freundlich. Aber die Prämie reichte nicht.
Damit wurde die Trennung sichtbar:
Ein offenes Regime ist keine Entry-Freigabe.
Es öffnet nur die Prüfung.
Die Entry-Freigabe entsteht erst, wenn Regime, Abstand, Risiko und Prämie zusammenpassen.
Erkenntnis der Woche
Ein regelkonformer Trade nach langer Pause bestätigt nicht automatisch, dass das Regelwerk zu streng ist, er zeigt zuerst, dass Setup-Qualität und Setup-Frequenz getrennt geprüft werden müssen.
Marktüberblick
SPY: Der SPY bewegte sich in einer Wochenspanne von 708,56 bis 724,87 USD und setzte die Erholung fort.
Trend: Der Schlusskurs lag weiter über EMA30. Der Trendfilter blieb damit offen.
Indikatoren: MACD blieb positiv. Der RSI lag mit 71,42 klar über der GGI-Schwelle von 55.
VIX: Der VIX bewegte sich zwischen 16,46 und 19,44. Das Umfeld blieb damit ruhiger als in den vorherigen Stressphasen.
Die Marktphase war an allen drei Prüftagen offen. Die konkrete Setup-Qualität reichte jedoch nur einmal für einen regelkonformen Trade.


Umsetzung & Konsequenz
Montag
Das Regime war offen.
Ein Trade wurde nicht freigegeben, weil die Prämie zu niedrig war.
Konsequenz: kein Entry.
Mittwoch
Das Regime war offen.
Der 686/676 Bull Put Credit Spread wurde freigegeben.
Konsequenz: ein regelkonformer Entry nach zwölf Wochen Stillstand.
Freitag
Das Regime war offen.
Ein weiterer Trade wurde nicht freigegeben, weil die Prämie zu niedrig war.
Konsequenz: kein Entry.
Damit zeigte die Woche die zentrale Trennung des Prozesses:
Ein offenes Regime erlaubt die Prüfung. Es ersetzt nicht die Entry-Freigabe.
Die ausführliche Entscheidungsdokumentation ist im Setup-Archiv hinterlegt.
Fokusthema - Schützt das Regelwerk oder filtert es zu viel?
Diese Woche berührt die zentrale Prüffrage:
Filtert das Regelwerk zu viele Trades heraus?
Die Frage ist berechtigt.
Zwölf Wochen ohne Trade sind menschlich lang. Für einen Income-Prozess ist das nicht nur eine technische Beobachtung, sondern eine Frage der Durchhaltbarkeit.
Gleichzeitig wäre die falsche Antwort, einfach mehr Trades erzwingen zu wollen.
Der Prozess muss zwei Dinge gleichzeitig leisten:
Er soll vor unattraktiven Risikokontakten schützen. Er muss aber trotzdem so anwendbar bleiben, dass er nicht nur im Backtest gut aussieht.
Diese Woche liefert dafür einen wichtigen Datenpunkt.
Das Regime war dreimal offen. Der Markt war stark. Die Volatilität war moderat. Trotzdem war nur ein Setup handelbar.
Das spricht nicht automatisch gegen das Regelwerk.
Es zeigt aber, dass Trade-Frequenz und Risikoqualität weiter getrennt dokumentiert werden müssen.
Nicht die Frage „Wie bekommen wir mehr Trades?“ ist entscheidend.
Sondern: „Welche Setups waren fast handelbar und warum wurden sie abgelehnt?“
Dort entsteht die nächste Erkenntnis.
Fokus nächste Woche
Nächste Woche liegt der Fokus auf der Trennung zwischen offenem Regime, konkreter Setup-Qualität und tatsächlich handelbarer Prämie.
Weiterführende Seiten
Das Regelwerk beschreibt die Methode vollständig.
Die Regelanwendung zeigt, wie das Regelwerk im laufenden Markt dokumentiert und umgesetzt wird.
Der Journal Status dokumentiert die Entwicklung des Systems über Zeit.
Abschluss
Die Woche brachte den ersten Trade nach zwölf Wochen Stillstand.
Das ist wichtig.
Aber wichtiger ist, dass der Trade nicht erzwungen wurde.
Das Regelwerk hat nicht auf Aktivität umgestellt. Es hat genau einmal freigegeben, was vollständig war, und zweimal abgelehnt, was eben nicht vollständig war.
Struktur bleibt.
Klarheit bleibt.
Die Prüffrage bleibt sichtbar.
GGI Rule-Streak: 133 Tage ohne Regelbruch
Längster Streak ohne erlaubten Trade: 12 Wochen
Regelwerk-Version: v0.2
Regelwerk unverändert seit: 19.12.2025
Phase: Validierung (Papertrades)
Beobachtung über Zeit
Wer die Theta Woche künftig direkt erhalten und Marktphase, Regelanwendung und Konsequenz über Zeit mitverfolgen möchte, kann Golden Glide Income kostenlos abonnieren.
Viele Grüße,
Sabine
Golden Glide Income Journal
Struktur. Klarheit. Income.
von Sabine G. – Systematische Finanzstrategin & Autorin für regelbasiertes Income-Trading
Disclaimer
Die Inhalte dieses Journals dienen ausschließlich der Dokumentation eines persönlichen Forschungsprozesses im Bereich regelbasiertes Options-Trading.
Sie stellen keine Anlageberatung, keine Handelsempfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
Alle beschriebenen Regeln, Parameter und Anpassungen beziehen sich auf meine eigene Vorgehensweise und meinen eigenen Lernprozess.
Ob eine Methode für andere geeignet ist, hängt von individuellen Zielen, Erfahrungen und Risikotoleranzen ab.
Historische Ergebnisse, Backtests oder Beispielrechnungen sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen.
Optionen sind komplexe Produkte und können zu erheblichen Verlusten führen.
Leser:innen tragen die volle Verantwortung für ihre eigenen Entscheidungen.
Bitte prüfe stets, ob eine Strategie zu Deinem persönlichen Finanzrahmen und Risikoprofil passt.



