Research Note #3 – SPY Gewinn- und Verlustfolgen
Backtest Analyse (2016–2026) zur strukturellen Kompensationsfähigkeit von Stopverlusten in einer regelbasierten SPY Income-Strategie.
Management Summary
Dieses Research Note untersucht die Outcome-Struktur einer systematischen SPY Bull Put Credit Spread Strategie im Zeitraum 2016–2026.
Die Analyse über 126 Trades zeigt eine klare Asymmetrie zwischen Gewinn- und Verlustfolgen im regelbasierten Income Trading-Prozess.
Zentrales Ergebnis:
Verliererfolgen bleiben kurz (Ø 1,2 Trades), während Gewinnerfolgen deutlich länger ausfallen (Ø 5,8 Trades).
In 72 % der Fälle umfassen Gewinnerfolgen mindestens drei Trades, womit ein einzelner Stopverlust rechnerisch kompensiert wird.
Längere Verliererfolgen treten nur in wenigen, klar begrenzten Marktphasen auf.
Fazit:
Die Ergebnisse bestätigen die strukturelle Tragfähigkeit des bestehenden Regelwerks und unterstreichen die Robustheit des systematischen Risikomanagements im Optionshandel.
Ausgangsfrage
Diese Research Note untersucht die Outcome-Struktur der Golden Glide SPY-Optionsstrategie über einen langfristigen Backtest. Im Fokus steht nicht die kurzfristige Performance, sondern die strukturelle Stabilität eines regelbasierten Income Trading-Ansatzes mit 11 DTE Bull Put Credit Spreads.
In Research #2 wurde gezeigt, dass die eingeführte Strike-Streuung Stop-Cluster innerhalb aktiver Expositionsfenster wirksam begrenzt.
Diese Analyse setzt bewusst an einer anderen Ebene an.
Leitfrage:
Sind die Gewinnerfolgen der Strategie strukturell lang genug, um einzelne Stopverluste im Prozess zu kompensieren?
Der Fokus liegt nicht auf Performance, sondern auf Tragfähigkeit.
Methodik – kurz & transparent
Datenbasis
SPY Daily · April 2016 – Januar 2026 · TradingView
Setup-Filter
Trendfilter aktiv (GGI-Regime)
implizite Volatilität über VIX9D als Proxy
VIX9D ≥ 13,5 (konservativer Filter zur Sicherstellung einer Options-IV von ca. ≥ 15 %)
Trade-Parameter
Bull Put Credit Spread
Zielprämie: 80$
Take-Profit: 80%
Stop-Loss-Kosten: −160$ (inkl. Gebühren)
Laufzeit: 11 DTE
Definitionen
Gewinner- und Verliererfolgen werden als aufeinanderfolgende Trade-Outcomes gleicher Richtung definiert.
Eine Gewinnerfolge endet mit dem ersten Verlust-Trade
Eine Verliererfolge endet mit dem ersten Gewinner-Trade
Pausen ohne Trades unterbrechen keine Folge
Diese Definition unterscheidet sich bewusst von Research #2, da hier nicht Prozesseskalation, sondern Kompensationsfähigkeit untersucht wird.
Ergebnisse – Überblick
Struktur der Gewinnerfolgen
Die Verteilung der Gewinnerfolgen zeigt eine deutliche Asymmetrie zugunsten längerer Serien:
≥ 3 Trades: 13 von 18 → 72 %
≥ 4 Trades: 10 von 18 → 56 %
≥ 5 Trades: 9 von 18 → 50 %
Gewinnerfolgen bestehen damit überwiegend aus mehreren aufeinanderfolgenden Trades.
Grafik 1 – Verteilung der Gewinnerfolgen
Die Grafik zeigt die Häufigkeit von Gewinnerfolgen unterschiedlicher Länge im untersuchten Backtest-Zeitraum. Dargestellt ist, wie viele Gewinnerfolgen aus 1, 2, 3 oder mehr aufeinanderfolgenden Trades bestehen.
Der Schwerpunkt der Verteilung liegt bei längeren Gewinnerfolgen ab drei Trades, während sehr lange Folgen nur vereinzelt auftreten und als Ausreißer sichtbar werden.
Struktur der Verliererfolgen
Verliererfolgen bleiben über den gesamten Zeitraum kurz:
Ø Länge: 1,2 Trades
Maximale beobachtete Verliererfolge: 3 Trades
Mehrfach-Stopps treten selten auf
Zeitliche Einordnung längerer Verliererfolgen
Eine zeitliche Betrachtung zeigt, dass längere Verliererfolgen nicht gleichmäßig über den Backtest verteilt sind.
Drei aufeinanderfolgende Stopps: November/Dezember 2021
Zwei aufeinanderfolgende Stopps: August 2024
Zwei aufeinanderfolgende Stopps: November 2025
Außerhalb dieser klar begrenzten Phasen bestehen Verliererfolgen im Zeitraum von 2016 bis 2025 nahezu ausschließlich aus Einzelereignissen.
Grafik 2 – Länge der Verliererfolgen
Die Grafik zeigt die Häufigkeit von Verliererfolgen unterschiedlicher Länge im untersuchten Zeitraum. Einzelne Stopps dominieren deutlich, während mehrfach aufeinanderfolgende Verlusttrades nur vereinzelt auftreten.
Längere Verliererfolgen bleiben damit statistisch die Ausnahme.
Warum drei Gewinnertrades die relevante Schwelle sind
Die Schwelle von drei Gewinnertrades ergibt sich nicht aus der Verteilung, sondern aus der Payoff-Struktur der Strategie.
Ein einzelner Stopverlust entspricht näherungsweise −1 R.
Ein regelkonformer Gewinnertrade liefert im Mittel +0,3 R bis +0,35 R
(Take-Profit bei 80 % der Prämie).
Erst ab einer Folge von drei Gewinntrades ist ein vorheriger Stopverlust
damit rechnerisch kompensiert.
Die Betrachtung der Gewinnerfolgen ≥ 3 ist somit strukturell begründet.
Verhältnis von Gewinner- zu Verlustfolgen
Die Kombination aus:
überwiegend kurzen Verliererfolgen
und langen Gewinnerfolgen
führt zu einer klaren strukturellen Asymmetrie.
Ein einzelner Stopverlust wird im Regelfall von einer nachfolgenden Gewinnerfolge getragen, ohne dass zusätzliche Eingriffe, Anpassungen oder Timing-Entscheidungen erforderlich sind.
Grafik 3 – Durchschnittliche Länge von Gewinner- und Verlustfolgen
Die Grafik zeigt die durchschnittliche Länge von Gewinner- und Verliererfolgen im untersuchten Zeitraum. Gewinnerfolgen fallen im Mittel deutlich länger aus als Verliererfolgen, wodurch eine strukturelle Outcome-Asymmetrie entsteht.
Diese Asymmetrie bildet die Grundlage für die Kompensationsfähigkeit einzelner Stopverluste.
Einordnung: Vergleich zur Variante ohne Strike-Streuung
Ein interner Vergleich mit der Strategievariante ohne Strike-Streuung zeigt,
dass dort sowohl Gewinner- als auch Verliererfolgen deutlich länger ausfallen.
In ausgeprägten Trendphasen entstehen sehr lange Gewinnserien, gleichzeitig treten in Phasenwechseln entsprechend lange Verlustfolgen auf.
Die Einführung der Strike-Streuung reduziert diese Verlustcluster gezielt, ohne die grundsätzliche Kompensationsfähigkeit der Gewinnerfolgen aufzuheben.
Der Fokus verschiebt sich damit von Extremen hin zu Stabilität.
Einordnung im Kontext der bisherigen Research-Ergebnisse
Research #2: Strike-Streuung begrenzt Stop-Cluster innerhalb aktiver Expositionsfenster.
Research #3: Die verbleibenden Stopps werden durch ausreichend lange Gewinnerfolgen kompensiert.
Damit greifen zwei Mechanismen ineinander:
Schadensbegrenzung durch Prozess- und Streuungslogik
Reparaturfähigkeit durch die Outcome-Struktur
Fazit
Die Analyse zeigt, dass die Golden Glide Income Strategie nicht von einzelnen Ausreißern getragen wird, sondern von einer strukturellen Outcome-Asymmetrie.
Verlustserien bleiben begrenzt. Gewinnerfolgen sind ausreichend lang, um Stopverluste rechnerisch auszugleichen.
In Kombination mit der Strike-Streuung entsteht ein robustes, reproduzierbares Risikoprofil. Die Strategie ist damit nicht auf Markt-Timing angewiesen, sondern auf Prozessdisziplin.
Für systematisches Income Trading bedeutet das:
Nicht das Vermeiden einzelner Verluste ist entscheidend, sondern deren statistische Einbettung in eine tragfähige Gesamtstruktur.
Abschließende Gedanken
Einordnung für das Regelwerk
Die Ergebnisse legen nahe:
Die bestehende Strike-Streuung bleibt ein zentraler Bestandteil des Regelwerks.
Zusätzliche Eingriffe zur Glättung von Verlustphasen sind nicht erforderlich.
Der Prozess ist auf Tragfähigkeit, nicht auf Optimierung einzelner Trades ausgelegt.
Das Regelwerk bleibt unverändert.
Die in dieser Analyse beschriebenen Erkenntnisse beziehen sich auf das zentrale Regelwerk von Golden Glide Income.
Viele Grüße,
Sabine
Golden Glide Income Journal
Struktur. Klarheit. Income.
von Sabine G. – Systematische Finanzstrategin & Autorin für regelbasiertes Income-Trading
Disclaimer
Die Inhalte dieses Journals dienen ausschließlich der Dokumentation eines persönlichen Forschungsprozesses im Bereich regelbasiertes Options-Trading.
Sie stellen keine Anlageberatung, keine Handelsempfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
Alle beschriebenen Regeln, Parameter und Anpassungen beziehen sich auf meine eigene Vorgehensweise und meinen eigenen Lernprozess.
Ob eine Methode für andere geeignet ist, hängt von individuellen Zielen, Erfahrungen und Risikotoleranzen ab.
Historische Ergebnisse, Backtests oder Beispielrechnungen sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen.
Optionen sind komplexe Produkte und können zu erheblichen Verlusten führen.
Leser:innen tragen die volle Verantwortung für ihre eigenen Entscheidungen.
Bitte prüfe stets, ob eine Strategie zu Deinem persönlichen Finanzrahmen und Risikoprofil passt.






